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Gebäudeenergiegesetz: Kommt die GEG-Kehrtwende?

27. August 2025 | Trendthemen

Gebäudeenergiegesetz: Kommt die GEG-Kehrtwende?

Illustration des Gebäudeenergiegesetzes: GEG-Würfel mit rotierendem Pfeil - Bild mit KI-Unterstützung erstelltDas „Heizungsgesetz“ abschaffen: Dieses Wahlkampfversprechen der Union hat in der Immobilienbranche teils für Erleichterung, teils für Verunsicherung gesorgt. Für umsichtige, zukunftsorientierte Investitionen sollte man jedoch lieber auf die Europapolitik vertrauen – und auf die Physik.

„Wir schaffen das Heizungsgesetz der Ampel ab. Mit dem bürokratischen Reinregieren in den Heizungskeller muss Schluss sein. Wir fördern technologieoffene, emissionsarme Wärmelösungen“, so stand es im Wahlprogramm von CDU und CSU.

Für manche Eigentümer*innen ineffizienter Bestandsimmobilien mag das wie eine frohe Botschaft geklungen haben: kein Sanierungszwang mehr – also fröhlich so weiter wie bisher. Einige mögen gar auf eine Renaissance fossiler Energieträger gehofft haben, wie sie Donald Trump derzeit herbeizuführen versucht. Bei vielen anderen, und das erleben wir tagtäglich im Kundengespräch, überwiegen Zögern und Verunsicherung: Soll ich jetzt sanieren – oder lieber warten, auf politische Entscheidungen, auf Gesetze, auf Fördergelder?

Reality-Check

Nun ist es aber mit Wahlversprechen und deren Umsetzbarkeit generell so eine Sache. Das beweist auch der Merz-Reality-Check: Seit mehr als 100 Tagen ist die neue Regierung nun im Amt, und abgeschafft wurde in Sachen GEG: nichts.

Das hat vor allem zwei Gründe. Erstens: Die europäische Gesetzgebung. Die EU-Mitglieder haben sich auf Klimaziele geeinigt, die es in nationales Recht umzusetzen gilt. Die Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, die Gebäudestandards bis 2030 zu verschärfen, um den CO₂-Ausstoß zu senken. Tun sie das nicht, drohen teure Sanktionen. Zweitens: die Physik. Die derzeitige Energiepolitik ist kein Überbleibsel grüner Ideologie, sondern das Ergebnis wissenschaftlicher Messungen und Bewertungen: Unser Lebensraum ist in Gefahr. Wenn wir die CO₂-Emissionen nicht auf real 0 reduzieren, werden große Teile unseres Planeten unbewohnbar. Diese Tatsache kann man wohl eine Zeit lang ignorieren; ändern oder abwählen kann man Naturgesetze indes nicht.

Entscheidende Investitionen

Langfristig und verantwortungsvoll gedachte Investitionen, und auch das sehen wir jeden Tag, setzen daher auf den langfristigen Trend: Fossile Energie wird in dem Maße teurer werden, in dem uns die Physik, der immer deutlicher werdende Klimawandel, zum Handeln zwingt.

Als Beispiel sei hier nur das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) genannt, das ab 2027 erstmals auch den Gebäudesektor betrifft: Wer mit Öl oder Gas heizt, muss dann Emissionszertifikate bezahlen – zusätzlich zu den Besteuerungen fossiler Energieträger.

Das weiß auch Friedrich Merz. „Die Menschen müssen irgendwann erkennen, dass es sich nicht mehr lohnt, die alte Öl- oder Gasheizung zu betreiben“, so der Kanzler im Interview mit dem Sender RTL[1]. Eine derart „technologieoffene“, preisorientierte Politik mag weniger bevormundend klingen – in der Sache muss jedoch auch Merz hart bleiben.

Klimaschutz lohnt sich

Brauchen wir denn wirklich die Politik, um das zu tun, was für alle rational Denkenden ohnehin offensichtlich ist? Die energetische Sanierung ist, wie man heute sagt: alternativlos, ich würde sogar sagen: eine Pflicht. Und sie ist einfacher umzusetzen als manche denken – durch Gebäudeautomation. Ein intelligentes Regelsystem leitet die kostbare Energie genau dorthin, wo sie wirklich gebraucht wird. Allein durch diese Maßnahme kann man bis zu 20 Prozent Energie einsparen – ohne größere Umbauten. Die Investitionskosten fallen, im Vergleich zu aufwändigen Dämmmaßnahmen, relativ niedrig aus. Daher amortisiert sich eine solche Maßnahme nach nur wenigen Jahren – schneller ROI ohne Fördergelder.

Nein, die Kehrtwende bei der Energieeffizienz wird nicht kommen. Deshalb sollten Sie gemeinsam mit uns von SAUTER Deutschland die neue Technologieoffenheit nutzen, einen individuellen Sanierungsplan für Ihre Immobilien ausarbeiten – und vor allem zeitnah umsetzen. Die Zeit läuft, mit Blick auf die zu erwartenden hohen Kosten und die nicht mehr wegzudiskutierenden Wetterextreme mit enormen Schäden für Menschen, Werte und Umwelt.

Werner Ottilinger, Geschäftsführer SAUTER Deutschland

[1] Quelle: Interview mit Nikolaus Blome, 9. April 2025

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